Wenn man einmal von Einradfahren, Handstand und einigen anderen Dingen ab­sieht, ist die Headline natürlich gelinde gesagt fragwürdig. Das gilt im Übrigen auch, wenn die Frequenz in der Innenstadt im Allgemeinen und im eigenen Geschäft im Speziellen angekurbelt werden soll. Sicher kann man Mailings und Aktionen durch­führen, um die potenziellen Kunden vom bequemen Sofa in die Stadt zu locken. Mehr Zugkraft entwickeln diese Dinge jedoch oftmals, wenn sich mehrere zusam­mentun, die das gleiche Ziel haben.

Der BID Ansgari Quartier in Bremen bietet im Sommer sogar betreute Sandkästen für die Kleinsten.

Vor diesem Hintergrund entstanden Anfang der 2000er Jahre allerlei Citymarketing-Initiativen, um den Erlebniswert der Innenstädte zu steigern. Der Grund: Damals begannen Amazon & Co. sich in Deutschland breitzumachen (ja – länger ist das wirklich noch nicht her). Beispiele für derartige Aktivitäten sind z.B. Feste wie der Urschelherbst in Nagold , zu dem seit mehr als 20 Jahren immer wieder über 20.000 Besucher anreisen, oder auch Streetfood-Festivals, die derzeit auch bei jüngeren Konsumenten sehr angesagt sind, u.v.m.

Bequemlichkeit punktet auch, wenn es um Frequenz geht

Damit der Einkauf aber auch als angenehm empfunden wird, müssen die Rahmenbe­dingungen stimmen. Nicht umsonst nannten die Endverbraucher in der Studie ‚Vitale Innenstädte‘ des IFH Köln Leipzig, Erfurt, Trier, Stralsund und Wismar , wenn es um die Attraktivität der City geht. Nun kann man die Architektur um den Geschäfts­standort nur sehr bedingt beeinflussen. Aber einheitliche Begrünung und Sonnen­schirme bzw. Markisen, ansprechende Sitzgelegenheiten und kostenloses WLan er­höhen die Anziehungskraft bereits um einiges.

Business Improvement Districts (oder kurz BIDs) beweisen auch in diesem Zusammenhang, dass man gemeinsam stärker ist als allein. Bei diesen Projekten schließen sich  ebenfalls Eigentümer, Gewerbetrei­bende und Städte zusammen, um die Attraktivität ihres Viertels zu erhöhen. Dabei kann das Budget, das zum großen Teil aus den Mitteln der Beteiligten stammt, meh­rere zehntausend Euro wie im Bremer Ansgari-BID bis zu mehrere Millionen wie im Hamburger Nikolaiviertel umfassen.

Nicht unterschätzen sollte man übrigens die Bequemlichkeit des heutigen Konsu­menten – da herrscht bei den Spezialisten ziemliche Einigkeit. Und deswegen sind Parkplätze zum Beispiel ein durchaus wichtiger Aspekt, genauso wie Parkleitsys­teme, oder auch die Möglichkeit, den Einkauf vor Ort online bereits vorbereiten zu können, z.B. durch Services wie Click  & Collect.

Ihr
Andreas Nemeth

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