Die Eröffnung der 'grünen Messen' durch Minister Gerd Müller bestätigte die wachsende Bedeutung ecofairer Mode. Foto: Timur Emek/ Getty Images for Greenshowroom

Die Eröffnung der ‚grünen Messen‘ durch Minister Gerd Müller bestätigte die wachsende Bedeutung ecofairer Mode. Foto: Timur Emek/ Getty Images for Greenshowroom

Letzte Woche habe ich mich an dieser Stelle mit dem Konsumenten von morgen beschäftigt, und eine Prognose der Fachleute lautete, dass der Bereich des nachhaltigen Konsums in Zukunft wachsen wird. Und wirklich scheinen immer mehr Menschen wissen zu wollen, wo und unter welchen Bedingungen die Dinge, die sie konsumieren, herkommen und hergestellt werden. Warum beispielsweise Äpfel aus Neuseeland kaufen, wenn doch vor unserer Haustür welche wachsen? Warum mit dem Auto fahren, wenn man – zumindest in der Stadt – mit dem Rad ohnehin schneller ist und keinen Parkplatz suchen muss? Auch bei Fashion wächst die Gruppe derjenigen, die sich zwar modisch kleiden möchten, dabei aber zugleich Wert auf achtsamen Umgang mit der Natur und den Arbeitsbedingungen der Menschen, die diese herstellen, legen.

Das bestätigte sich u.a. auf der Berlin Fashion Week, zu der sich die Modewelt Mitte Januar in der Hauptstadt traf und in deren Rahmen auch diverse ‚grüne Messen‘ über die Bühne gingen. Eines wurde hier deutlich: Die Zeiten von ‚Jute statt Plastik‘ sind lange vorbei. Wer nicht wusste, dass es sich bei der präsentierten Bekleidung um sogenannte ecofaire Mode handelte, konnte es bei den wenigsten Kollektionen an der Optik erkennen.

Dass Potenzial in diesem Segment steckt, beweisen zum einen die Zahlen: Der Umsatz der deutschen Naturtextilwirtschaft ist nach Angaben des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft in den Jahren 2000 bis 2013 jährlich um durchschnittlich fünf Prozent gewachsen, während im gleichen Zeitraum die Umsätze der konventionellen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie des Handels um etwa jeweils zwei Prozent sanken. Ein anderes Signal für die wachsende Bedeutung des Bereichs ecofairer Bekleidung setzte der deutsche Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller, der nicht nur das ‚Bündnis für Nachhaltige Textilien‘ initiiert hat, sondern die ‚grünen Messen‘ in Berlin auch eröffnete.

Ihr Andreas Nemeth