Die Fastenzeit bietet auch die Möglichkeit, Blockaden aufzuspüren. © Stefan Klever

Die Fastenzeit bietet auch die Möglichkeit, Blockaden aufzuspüren. © Stefan Klever

Die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern nutzen immer mehr Menschen dazu, um auf absehbare Zeit mit Gewohnheiten zu brechen. Rund 60 Prozent der Deutschen geben an, schon einmal gefastet zu haben. Dabei ist dies als Verzicht im weiteren Sinn zu verstehen und weniger im ursprünglich religiösen. An erster Stelle steht auf der Verzichtsliste der Alkohol, gefolgt von Süßigkeiten, Nikotin und Fleisch. In Zeiten ständiger Erreichbarkeit gibt es aber auch immer mehr Menschen, die ihr Handy für sieben Wochen ausschalten – ein Gedanke, der bei so manchem schon reichen dürfte, um feuchte Hände, Bluthochdruck und Herzrasen auszulösen. Bei anderen bleibt der Fernseher aus, das Auto stehen oder das iPad in der Schublade.

Was aber ist der Sinn dieses bewussten Verzichts? Ganz banal ist es zunächst einmal gesünder, zumindest was Alkohol, Süßigkeiten und Nikotin betrifft. Von den anderen Fastenden dürfte sich mancher wundern, wie viel Zeit und weniger Stress er plötzlich hat, wenn der Fernseher und das Tablet ‚off‘ bleiben. Wer nicht simsen oder mit dem Handy telefonieren kann, entdeckt Kommunikationsformen wieder, die die persönliche Gegenwart erfordern und unter Umständen auch intensiver sind als der virtuelle Austausch von Neuigkeiten.

Alles in allem kann dieser Verzicht ein ‚back to the roots‘ sein, ein Sich-Bewusstwerden und damit eine gute Gelegenheit zu überprüfen, ob man so lebt wie man möchte. Denn nichts raubt mehr Energie und Lebensfreude als einfach so vor sich hin zu existieren. Insofern ist die Fastenzeit eine gute Gelegenheit, um mit Routinen zu brechen, sich vorhandener Blockaden bewusst zu werden und dafür zu sorgen, dass neuer Schwung in den Lebensfluss kommt.

Vielleicht probieren Sie es nächstes Jahr auch einmal aus, falls Sie nicht ohnehin bereits zu den modernen Verzichtlern gehören.

Beste Grüße
Ihr Andreas Nemeth