Natürlich nicht! Aber obwohl durch die Konkurrenz des Internets der Servicegedanke im stationären Handel und im Verkauf wieder mehr in Vordergrund gerückt ist, gibt es im Handel noch immer reichlich Luft nach oben.

Was für Affen okay sein mag, für den Kunden ist es kein gutes Gefühl. © Pixabay

Was für Affen okay sein mag, für den Kunden ist es kein gutes Gefühl. © Pixabay

Sie ahnen es schon – an dieser Stelle folgt ein Beispiel: Eine Bekannte, ihres Zeichens Modejournalistin, war mit einer Freundin verabredet, um deren Kleidung einer neuen beruflichen Position anzupassen. Die Freundin ist recht groß, mit sehr langen Beinen. Deswegen entschied man sich als erste Destination für ein großes Modehaus in einer deutschen Großstadt, das u.a. auch Langgrößen im Sortiment hat. Die beiden steuerten die Fachabteilung an, wurden von einer Verkäuferin mit Bügeln im Arm nicht gerade überschwänglich begrüßt und nach den Wünschen befragt. Immerhin. Auf die Antwort: „Wir sind auf der Suche nach Bürobekleidung in Langgrößen, aber bitte nichts Spießiges“ erwiderte die untermotivierte Verkaufskraft, immer noch mit Bügeln im Arm, „Ein Hosenanzug also.“ Hm, da hat wohl jemand nicht richtig zu- bzw. hingehört. Jedenfalls waren die beiden dermaßen vor den Kopf gestoßen, dass sie die Abteilung verließen und eigentlich auch den Einkaufsort wechseln wollten. Auf dem Weg nach draußen, fiel ihnen eine junge Verkäuferin auf, die sie beim Eintreten sehr freundlich begrüßt hatte. An diese wendeten sie sich. Und jetzt kommt das Happy End: Nach einiger Zeit verließen die beiden mit dick bepackten Taschen, die Freundin glücklich mit den neuen Outfits und einem knappen Tausender weniger auf dem Konto das Haus.

Im Verkauf ist kein Platz für Lustlosigkeit

Für mich ist es, ganz ehrlich gesagt, unbegreiflich, dass es immer noch Verkaufskräfte gibt, die weniger motiviert sind als ein Chatbot. Die Kundin war merklich bereit, nicht auf das Geld zu schauen und läuft vor eine Wand der Lustlosigkeit. Das kann sich heute kein Geschäft mehr leisten. Was nützen alle Versprechen auf Webseiten, wenn es vor Ort nicht stimmt? Was bringt das mit größter Sorgfalt zusammengestellte Sortiment, wenn das Verkaufspersonal miesepetrig in der Gegend rumsteht? Kunden haben heutzutage weniger denn je Lust, sich als Störenfried zu fühlen. Sie sind, heute mehr als je zuvor, König und nicht Bettler. Dieses Gefühl sollte ihm zu jeder Zeit begeistert vermittelt werden. Arbeiten wir weiter daran!

Ihr
Andreas Nemeth

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