Wenn die Begeisterung stimmt, spielt der Preis keine Rolle - das gilt nicht nur auf dem Oktoberfest. © silberkorn73 - Fotolia.com

Wenn die Begeisterung stimmt, spielt der Preis keine Rolle – das gilt nicht nur auf dem Oktoberfest. © silberkorn73 – Fotolia.com

Ein paar Tage läuft es noch – das Oktoberfest 2014. Vergangenes Jahr kamen 6,4 Millionen Besucher auf die Wiesn und tranken 6,7 Millionen Liter Bier. Dabei war eine Maß mit 9,85 Euro auch 2013 schon ein durchaus teures Vergnügen. 2010 kostete der Gerstensaft noch 8,90 Euro und dieses Jahr erstmals mit 10,10 Euro über zehn Euro.

Das entspricht in vier Jahren einer Preissteigerung von mehr als 13 Prozent. Und während ansonsten ein Aufschrei der Empörung durch das Land geht, wenn die Butter-, Milch- oder Brotpreise steigen – meiner Meinung nach allesamt wichtiger für die Ernährung als Bier – wird das einfach so hingenommen. Keine spürbare rückläufige Frequenz, keine Zurückhaltung beim Bier-Konsum, kein Wechsel zu alkoholfreien Alternativen.

Woran liegt’s? An der Begeisterung! Das Oktoberfest ist Kult, und zwar längst nicht mehr nur in Bayern. 1,5 Millionen Besucher pilgern zum Oktoberfest im brasilianischen Blumenau. In San Francisco begeht man seit mehr als 100 Jahren ähnlich zünftige Veranstaltungen, und die eigentlich für ihre Zurückhaltung bekannten Briten hatten zeitweise gar fünf derartige Events im Land. Ob Russland oder Indien – dem Gerstensaft wird global gehuldigt – über die dortigen Preise ist leider nichts bekannt.

Nun möchte ich Ihnen nicht empfehlen, Ihre Verkaufspreise im Verlauf der nächsten vier Jahre um 13 Prozent anzuheben, aber: Wenn es Ihnen gelingt, Begeisterung zu erzeugen, wird der Preis unwichtig(er), und wie das geht, das wissen Sie ja! 

Ihr
Andreas Nemeth