Unternehmen, die von Rechthabern geführt werden, werden früher oder später zu den Verlierern ihrer Branche gehören. © Picture-Factory / Fotolia.com

Unternehmen, die von Rechthabern geführt werden, werden früher oder später zu den Verlierern ihrer Branche gehören. © Picture-Factory / Fotolia.com

Sicher werden mir die meisten von Ihnen zustimmen, wenn ich sage, dass es sehr viel einfacher ist, Recht zu haben als jemand anderem Recht zu geben. Umso wichtiger ist es, sich diese Fähigkeit anzueignen. Als erste Erkenntnis steht: Jeder Mensch kann sich irren, auch Sie! Zweite Erkenntnis: Weder Sie noch sonst irgendein Mensch auf dieser Welt haben die richtige Sichtweise für sich gepachtet. Wenn Sie diese beiden Punkte verinnerlicht haben, sind Sie bereits ein guten Schritt weiter.

Leider gibt es Unternehmen, die von Menschen geführt werden, die genau diese beiden Punkte verleugnen. Sie sind Rechthaber, und das hat nicht nur für sie selbst negative Auswirkungen, sondern für das ganze Unternehmen. Warum soll man z.B. einem solchen Vorgesetzten gegenüber seine Meinung kundtun oder Verbesserungsvorschläge machen? Bringt doch nichts! Also halten nach und nach alle den Mund. Die Folge: Das Unternehmen wird nur noch durch die (wohl oder übel beschränkten) Pläne, Ideen und Ziele eines Einzelnen gesteuert. Es wird immer starrer und büßt seine Innovationskraft ein. Früher oder später wird das Unternehmen nicht mehr in die Landschaft passen und zu den Verlierern in seiner Branche gehören.

Deswegen ist es wichtig, sich immer wieder selbst auf den Prüfstand zu stellen und sich zu fragen, wie flexibel man auf Vorschläge und Sichtweisen anderer reagiert. Das bedeutet keineswegs, dass man zum Ja-Sager mutiert. Aber es sollte generell eine Offenheit und Bereitschaft vorhanden sein, andere Meinungen anzuhören, ernsthaft deren Richtigkeit in Betracht zu ziehen und gegebenenfalls auch zuzugeben, dass der andere Recht hat. Dazu braucht es Selbstbewusstsein, aber das haben Sie ja!

Viel Erfolg beim Recht geben wünscht
Ihr Andreas Nemeth