Marlies Dekkers inszenierte in Amsterdam einen Dessous-Dschungel.  Foto: Ulrike Ascheberg-Klever

Marlies Dekkers inszenierte in Amsterdam einen Dessous-Dschungel. Foto: Ulrike Ascheberg-Klever

Bevor Sie Besucher Ihres Geschäfts durch Ihre Begeisterung für Ihr Sortiment und Ihr Unternehmen zu Kunden machen können, müssen Sie sie erst einmal auf die Fläche bekommen. An dieser Stelle schlägt die Stunde des Schaufensters!

Wissen tut es jeder, der ein Geschäft besitzt oder im Verkauf arbeitet: Das Schaufenster ist die Visitenkarte des Unternehmens. Diese Weisheit ist zugegebenermaßen ziemlich abgenutzt, deswegen aber nicht weniger wahr. Doch Visitenkarte allein reicht heute nicht mehr. Zumindest dann nicht, wenn sich – wie in City- und 1a-Lagen praktisch immer der Fall – zahlreiche Mitbewerber mindestens genauso viel Mühe geben wie Sie, die Aufmerksamkeit der Passanten zu erregen.

Viele Sortimente sind vergleichbar. In den Fußgängerzonen der meisten Städte finden sich die selben Namen. Die Chance des Fachhandels: Mit Individualität punkten, und Entdeckerfreude bei den Betrachtern wecken. Wie das gehen kann, lässt sich beispielsweise bei einem Bummel durch das Amsterdamer Grachtenviertel, und hier insbesondere die ‚Negen Straatjes‘ erleben.

Eine Bekannte von uns verbrachte kürzlich mit einer Freundin ein verlängertes Wochenende in der holländischen Hauptstadt und berichtete ganz begeistert von den vielen kleinen, unkonventionellen Geschäften. Ganz gleich ob Café, Boutique, Schmuckladen, Buchhandlung oder Vintage Store – praktisch jedes Schaufenster brachte die beiden zum Stoppen und mindestens jedes zweite verführte zum Besuch. Und zwar, ohne dass Bedarf vorhanden war, sondern einfach weil es so schön, so anders, so verlockend im besten Sinne war. Und genau so müssen Schaufenster sein – Lust wecken und Begeisterung erzeugen, dann stimmen auch Frequenz und Umsatz.

Viel Spaß beim Ideen fischen wünscht
Andreas Nemeth