Kürzlich sah ich eine Reportage über die Schwierigkeiten, die die Corona-Krise der Bekleidungsbranche (und ihren Zulieferern) bereitet. Zu Wort kam auch der Geschäftsführer eines renommierten Modehauses. Dieser präsentierte leichte Daunenjacken in Pastellnuancen mit den Worten: „Die kann man jetzt im Juni nicht mehr verkaufen“. So sehr ich vieles andere, was dieser Profi zu sagen hatte, auch unterschreiben würde, so möchte ich ihm an dieser Stelle widersprechen und würde mir mehr Flexibilität wünschen.

Stretching tut nicht nur dem Körper, sondern auch den Gedanken von Zeit zu Zeit gut. Foto: Depositphotos

Warum? Das kann ich  Ihnen sagen: Haben Sie schon mal an der deutschen Küste zum Abschluss eines warmen Strandtags bei dem dort üblichem Wind draußen gesessen und aufs Meer geschaut? Oder abends bei einer zünftigen Brotzeit in den Bergen vor einer Hütte das Alpenpanorama genossen? Da kann es ganz schön kalt werden, wie übrigens auch beim heimischen Grillabend. Glücklich diejenigen, die dann eine sommerliche Steppjacke oder eine wärmenden Strickpullover zur Hand haben!

Dieses Jahr werden viele Menschen nicht in heiße oder vielleicht sogar tropische Gefilde in den Urlaub fahren, sondern im Land bleiben. Das hat der Verkaufsprofi offenbar nicht berücksichtigt. Wer sich darauf einstellt und flexibel denkt, verkauft die Steppjacken nicht reduziert, sondern schaltet stattdessen z. B. eine Anzeige unter dem Motto „Mit uns ist eine steife Brise kein Problem“. Wäre das nicht eine gute Alternative?

Flexibilität ist gefragt – das gilt ganz besonders in der Krise!

Corona fordert uns alle heraus – und zwar u.a. dazu, neue Wege zu denken und dann auch zu beschreiten. Was letzte Saison, vor ein paar Monaten und in manchen Fällen sogar vergangene Woche noch galt und richtig war, muss heute nicht mehr stimmen. Flexibilität lautet die Devise der Zeit! Ausgetretene Pfade zu verlassen, immer mal wieder den Blick über den Tellerrand zu wagen, ist selten falsch. Im Moment aber wichtiger denn je und eine Chance, die uns diese Krise gibt. Wer jetzt innovativ denkt und handelt, überlebt nicht nur, sondern bahnt sich den Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Davon bin ich fest überzeugt!

Sehr gut fasst dies der Satz von Francis Picabia zusammen: „Der Kopf ist rund, damit die Gedanken die Richtung ändern können“. Sollte ich ihn an dieser Stelle schon einmal zitiert haben, verzeihen Sie mir, ich mag ihn einfach.

In diesem Sinn, lassen Sie doch mal Ihre Gedanken kreisen.

Ihr Andreas Nemeth

*****

Wenn Sie an den aktuellen Potenzialblog-Beiträgen interessiert sind, empfehle ich Ihnen, ein Up­date einzurichten. Einfach unterhalb des Beitrags E-Mail-Adresse eingeben, „Jetzt abonnieren“ an­klicken und kurz bestätigen. Über eine Weiterempfehlung an Kollegen und Freunde freue ich mich natürlich ganz besonders.