San Francisco: Nur eine von zwölf Stationen der Reise von Meike Winnemuth. Foto: Stefan Klever

San Francisco: Nur eine von zwölf Stationen der Reise von Meike Winnemuth. Foto: Stefan Klever

… ist das Einzige, was zählt“ – so heißt es im Refrain des gleichnamigen Lieds von Marius Müller-Westernhagen. Nun ist es leider im Alltag manchmal so, dass das Gefühl aufkommt, man hätte keine Wahl, müsste immer so weitermachen, weil es einfach anders nicht geht. Man muss arbeiten gehen, denn wer bezahlt sonst die Miete oder die Raten, den nächsten Urlaub, die Nachhilfe für die Kinder etc. pp.

 

Zwänge, Pflichten und vor allem Angst vor dem Unbekannten verleiten uns dazu, lieber im alten, bekannten Trott zu bleiben, auch wenn dieser uns schon lange nicht mehr begeistert, anstatt aufzubrechen zu neuen Ufern, Abenteuer zu suchen und Glück zu finden.

 

Nicht viel anders ging es auch der Journalistin Meike Winnemuth. Erst als sie bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär“ eine halbe Million Euro gewann, fand sie den Mut, ihre Zelte in Hamburg vorübergehend abzubrechen. Sie setzte sich an den Schreibtisch und machte eine Liste mit zwölf Städten. Ihr Plan: Ein Jahr lang raus aus Deutschland, jeden Monat in einer anderen Stadt leben. Ohne Ziele, ohne Pläne, und mit kleinem Gepäck. Mehr Freiheit geht eigentlich nicht. In jeder Stadt tauchte sie in eine völlig neue Welt ein, begegnete unbekannten Menschen und vor allem sich selbst. Und stellte fest: Es geht auch anders. Zurück in Hamburg macht sie Tabula rasa: Sie vermietet ihre große Wohnung und zieht in eine 40 Quadratmeter Bude in St. Georg. Trennt sich von Besitz, Kleidung, zu viel Arbeit und zu wenig Zeit.

 

Der Witz an der Sache: Ohne die 500.000 Euro Gewinn bei Günther Jauch hätte sie den Schritt wohl nicht gemacht. Gebraucht hätte sie das Geld nicht! Sie ist mit viel weniger Geld ausgekommen als geplant und hat sogar welches verdient. Was wir daraus lernen können? Es ist viel einfacher als man denkt, aus dem Hamsterrad auszusteigen. Man muss sich nur trauen. Es muss ja nicht gleich die Weltreise sein, schon kleine Auszeiten reichen, um den Kurs zu überdenken und neue Kraft zu schöpfen.

 

Nachlesen kann man die Erfahrungen im Buch „Das große Los“ von Meike Winnemuth, das im Knaus Verlag erschienen ist.

 

Ihr

Andreas Nemeth