Im positiven Sinn aus der Reihe zu tanzen, ist wichtig, wenn man Kunden gewinnen und halten möchte. © Jeremy Richards / Fotolia

Im positiven Sinn aus der Reihe zu tanzen, ist wichtig, wenn man Kunden gewinnen und halten möchte. © Jeremy Richards / Fotolia

Wir in Deutschland leben in einer Welt, in der es von den meisten Dingen für alle viel, zumindest aber genug gibt, sei es Nahrung, Kleidung oder Wohnraum. Trends rasen weltweit um den Globus, keiner muss mehr hintanstehen, wenn er zu einer Gruppe gehören möchte. Doch mit diesem Überangebot und der jederzeit möglichen Verfüg­barkeit nimmt auch die Vergleichbarkeit zu. Es ist schwerer geworden, sich abzu­grenzen, Profil zu zeigen und zu beweisen. Das gilt für Unternehmen, das gilt aber auch für jeden Einzelnen.

Auch deswegen ist „Individualität“ ein wichtiges Marketingargument geworden, das mal mit mehr, mal mit weniger Inhalt gefüllt wird. Wer will schon sein wie alle ande­ren? Sportschuhe, die individuell designt werden können, Autos, die in Farbkombina­tion und Interieur ganz nach persönlichem Geschmack zusammengestellt werden können, aber auch Müslis oder Parfüm, die ganz nach Wunsch kombiniert den jeweiligen Vorlieben des Kunden haargenau entsprechen, sind Beispiele für die­sen Trend. Und selbst der Ikea-Katalog 2017, der – wenn man ehrlich ist – Möbel und Wohnaccessoires beinhaltet, von denen sich wahrscheinlich mindestens in jedem fünften Wohnzimmer das ein oder andere Stück findet, feiert unter dem Slogan „Ent­worfen für dich, nicht für irgendwen“ die Individualität.

Für den stationären Handel kann dieser Wunsch nach Individualität nur bedeuten, sich nach Marken umzuschauen, die nicht an jeder Ecke zu finden sind, um ein be­sonderes Sortiment anbieten zu können und durch unverwechselbare Optik, einen hohen Grad an Emotionalisierung des POS und Begeisterung im Verkauf selbst ein scharfes, unverkennbares Profil zu entwickeln.

Ihr Andreas Nemeth