Sommerliche Köstlichkeit mit Gefahrenpotenzial - © Stefan Klever

Sommerliche Köstlichkeit mit Gefahrenpotenzial – © Stefan Klever

Endlich ist sie da oder jedenfalls sollte sie es sein – die Zeit, in der das Schlecken eines Eises einfach dazugehört. Nun ist es gar nicht so einfach, ein eventuell instabil aufgebautes Hörnchen mit der kühlen Köstlichkeit zu verspeisen, ohne sich dabei zu bekleckern oder vielleicht die Finger zu beschmutzen. Auch hier macht Übung den Meister. Alles nicht so tragisch – gibt es doch Waschmaschinen und Wasserhähne.

Nervenzehrend wird es allerdings zumindest für das Verkaufspersonal, wenn die lieben, mit Eis (oder anderen Dingen) verzierten Kleinen mit ihren entspannten Eltern an Wänden und Waren Ihres Geschäfts ihre Spuren hinterlassen oder anfangen, das Sortiment neu zu ordnen. Wer Kinder hat, weiß, das kann passieren. Was aber eigentlich nicht vorkommen sollte, ist, dass Eltern das Verhalten Ihres Nachwuchses nicht wahrnehmen oder amüsant finden.

Wie verhält man sich als Verkäufer in solch einer Situation richtig? Bleiben Sie gelassen. Weisen Sie die Eltern nett und höflich darauf hin, dass ihr Goldstück gerade im Begriff ist, Artikel zu beschmutzen. Vielleicht reagieren die Erziehungsberechtigten – denn das sind sie und nur sie – bereits auf diesen Hinweis. Wenn nicht und diese sich u.U. sogar von Ihnen angegriffen fühlen, müssen Sie zum Diplomaten werden: Signalisieren Sie Verständnis für das Verhalten der Kinder und der Eltern – schließlich soll sich aus der Situation ja noch ein Verkauf entwickeln. Dann aber machen Sie Ihren Standpunkt klar, am besten, indem sie diesen aus Sicht des Kunden formulieren. Z.B. nach dem Motto: „Sie freuen sich bestimmt auch über unser gepflegtes Sortiment …“

Nach meiner Erfahrung reicht das, um Eltern erzieherisch einschreiten zu lassen und wieder die Hoheit über die Kleinen zu übernehmen. Und wenn Ihnen das gelungen ist und Sie vielleicht sogar noch ein gutes Geschäft mit der Familie gemacht haben, wird Ihnen das Eis am Feierabend noch besser schmecken – da bin ich mir sicher.

Ihr Andreas Nemeth