Eine Bekannte erzählte mir neulich, sie hätte sich bei der Übergabe von Unterlagen ein wenig mit ihrem Steuerberater über das Thema Digitalisierung unterhalten, die sich auch auf ihren Beruf als Print-Journalistin merklich auswirkt. Daraufhin hätte der Finanzex­perte gesagt, dass in seiner Branche gemunkelt würde, in zehn, zwanzig Jahren wäre sein Beruf mehr oder minder überflüssig, da alles online geschähe. „Das kann man sich überhaupt nicht vorstellen“, meinte der Steuerberater nachdenklich. Sie sehen, nicht nur der Handel ist angesichts des digitalen Wandels und seiner Geschwindigkeit überrascht, betroffen und ein wenig ratlos, weil sich die weitere Entwicklung so gar nicht einschätzen lässt.

Nach Einschätzung von Experten sind es Technologieinnovationen wie Blockchain, künstliche Intelligenz oder das Internet of Things, die das Potenzial haben, den Handel grundlegend zu verändern. © Pixabay

Dennoch versuchen genau das immer wieder Forschungs- und Beratungs­unter­nehmen, so wie kürzlich BearingPoint gemeinsam mit dem IIHD Institut, das sich als Themenbildner und Partner der Branchen Handel, Konsumgüter und konsumenten­nahe Services versteht. In der Studie „Innovationsradar 2020“ wur­den strategisch relevante Themen von Handels- und Konsumgüterunternehmen un­tersucht.

Dabei wurden insgesamt sieben Technologieinnovationen herausgearbeitet, die das Potenzial besitzen, den Handel der Zukunft grundlegend zu verändern. Das größte Transformationspotenzial wird den Bereichen künstliche Intelligenz, Blockchain und Internet of Things zugestanden. So würde die dezentrale Datenbank Blockchain es ermöglichen, die Echtheit von Produkten, deren Herkunft und den Weg bis zum Kun­den zu überprüfen und nachzuweisen. Die Experten rechnen damit, dass die Block­chain-Technologie bis 2020 den Markt flächendeckend durchdrungen hat. Das ist gar nicht mehr so lange oder?

Die Zukunft steht schon vor der Tür!

Nicht weniger Veränderungspotenzial beinhaltet künstliche Intelligenz: „Durch sie können Systeme verstehen, lernen, Vorhersagen treffen, sich anpassen und sogar autonom funktionieren. Somit wird eine Grundlage für eine Automatisierung zentraler Geschäftsprozesse geschaffen, u.a. im Einkauf, der Warensteuerung, dem Verkauf und Filialmanagement“, erläutert Prof. Jörg Funder, geschäftsführender Direktor des IIHD. Auch das ist keine Zukunftsmusik, denn Unternehmen wie North Face, My Toys oder Amazon beschäftigen sich bereits heute damit.

In der Vielzahl an Möglichkeiten, die das Internet of Things bietet, um Menschen, Ge­genstände und Prozesse miteinander zu verbinden, liegt das Transformationspoten­zial dieser Technologie. Unternehmen werden dadurch neue Horizonte eröffnet, um Prozesse zu steuern, beispielsweise die effizientere Nutzung von Lagerbeständen.

Sie sehen, da kommt noch eine Menge auf uns zu und wir sollten – wie sagt man so schön – dranbleiben, es wird sich lohnen.

Ihr
Andreas Nemeth

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