Beim Lesen lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen bestens verbinden - photogl/Fotolia.com

Beim Lesen lässt sich das Angenehme mit dem Nützlichen bestens verbinden – photogl/Fotolia.com

„Reden wie einem der Schnabel gewachsen ist“, mag zuweilen ganz angenehm sein, ist jedoch im Verkaufsgespräch nur selten die richtige Art der Kundenansprache. Mit Sätzen wie „Kann ich Ihnen helfen?“, „Das steht Ihnen aber gut“ oder „Das trägt man jetzt so“ holen Sie keinen Kunden hinter dem Ofen hervor – wenn Sie Glück haben. Wenn Sie Pech haben, vertreiben Sie damit sogar welche. Denn diese Formulierungen haben mit einem professionellen Auftritt nicht sehr viel zu tun. Sie zeugen vielmehr von einem amateurhaften und langweilenden Verhalten und sind ein Signal dafür, dass die eigene Ausdrucksweise durchaus ausbaufähig ist.

Grundvoraussetzung für einen sensiblen Umgang mit Sprache ist der Wortschatz. Die deutsche Sprache besteht aus ca. 75.000 Worten, und wissen Sie, wie viele davon man benötigt, um sich im Alltag zu verständigen? Etwa 800! Und auch um anspruchsvollere Texte verstehen zu können, reichen bereits  4.000 bis 5.000.

Unser aller Herausforderung besteht also darin, unseren aktiven Wortschatz zu erweitern, auch wenn es das tägliche Leben nicht unbedingt erfordert. Denn je größer der ist, desto professioneller der Auftritt im Verkaufsgespräch. Floskeln erübrigen sich, denn man hat die freie Wortwahl, die der jeweiligen Situation angemessen und individuell auf den Kunden zugeschnitten ist. Die beste Möglichkeit, um den Wortschatz zu erweitern, ist übrigens Lesen. Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit dem „Faust“ von Goethe, der einen Gesamtwortschatz von rund 80.000 Worten gehabt haben soll? Keine Lust? Dann greifen Sie zu einem spannenden Thriller, einem unterhaltsamen Historienroman, einer mitreißenden Reisebeschreibung – was auch immer, Sie werden davon in vielerlei Hinsicht profitieren.

Ihr Andreas Nemeth