„Jeden Tag dasselbe.“ „Dämliche Kollegen.“ „Schlechte Arbeitsatmosphäre.“ „Zuwenig Geld für zu viel Arbeit.“ „Hirnlose Aufgaben.“ „Keine Aufstiegschancen.“ „Ignoranter Chef.“ Den ein oder anderen Ausspruch werden Sie so oder ähnlich sicher auch schon gehört oder sogar vielleicht selbst getan haben, wenn es um die Unzufriedenheit mit der Arbeit geht. Schließlich sind Menschen, die ihren Traumjob ausben dürfen relativ selten oder?

Was für den einen nur harte, stumpfsinnige Arbeit ist, ist für den anderen Mitarbeit an einem Kunstwerk. Foto: Pixabay

Wahrscheinlich sind diese oft im Zusammenhang mit aktuellen Ärgernissen geäußerten Empfindungen auch mehr oder minder gerechtfertigt. Aber wie bei fast allen Dingen kommt es auch beim Job auf den Blickwinkel an. Denn je nachdem, aus welcher Perspektive Menschen Ihre Tätigkeit betrachten, kann jeder Job zum Traumjob werden.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen eine meiner Lieblingsgeschichten erzählen: Michelangelo besuchte eines Tages einen Steinbruch, um für sein nächstes Kunstwerk einen Stein auszusuchen. Dabei fielen ihm die düsteren Mienen der dort arbeitenden Menschen auf. Nur ein einziger war scheinbar vergnügt bei der zugegebenermaßen schweren Arbeit. Michelangelo fragte zunächst einige der grimmigen Männer nach dem Grund ihrer Verstimmtheit. Und bekam Antworten wie: „Wenn du den ganzen Tag Steine klopfen würdest, würdest du auch nicht anders schauen.“ Dann wendete er sich an den vor sich hin lächelnden Mann: „Wieso schaust du so freudig drein? Dies ist doch eine stupide und harte Arbeit, wie mir deine Kollegen erzählten.“ „Stupide und harte Arbeit?“, entgegnete dieser Arbeiter ungläubig. „Ich bin gerade dabei, an einem Kunstwerk mitzuarbeiten. Denn die Steine, die ich bearbeite, sind für den Bau einer Kathedrale bestimmt.“

Wer den Wert seiner Arbeit hoch einschätzt, ist motivierter

Ich möchte es gar nicht schönreden: Natürlich gab und gibt es körperlich schwere Arbeit. Es gibt Arbeitsplätze –nehmen wir z.B. Schlachthöfe –, dort möchte die Mehrheit der Menschheit vermutlich nicht tagein tagaus sein, von Traumjob ganz zu schweigen. Dennoch: Wie wertvoll sich ein Mensch in seinem Arbeitsbereich ansieht und wie hoch er den Wert seiner Tätigkeit einschätzt, liegt zu einem guten Teil bei ihm selbst. Hinzu kommt selbstverständlich die Wertschätzung vonseiten der Vorgesetzten und der Geschäftsführung – keine Frage!

Aber es ist eben meist um einiges einfacher, bei sich selbst anzufangen, als das Verhalten der Geschäftsführung zu ändern. Und deswegen empfehle ich, sich einmal zu überlegen, welche positiven Auswirkungen der jeweilige Job hat. Was er gesellschaftlich oder auch für einzelne bewirkt. Ein Job ist so viel mehr als nur Geld verdienen – dazu verbringen wir alle viel zu viel Zeit mit der Arbeit. Wem klar ist, dass es nicht nur um Geld geht, sondern dass seine Tätigkeit einen Sinn hat, für den wird der Job ganz schnell zum Traumjob, den er mit sehr viel mehr Elan, Motivation und guter Stimmung ausübt.

Ihr Andreas Nemeth

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