Es gibt Dinge, die rauben einem die Energie. Und meist weiß man selbst genau, dass es so ist. Ärger gehört mit Sicherheit dazu! Nun haben Sie sich bestimmt, genau wie ich, schon mehrfach vorgenommen, sich über bestimmte Sachen nicht mehr zu ärgern. Bringt ja nichts! Ändert ja nichts! Raubt nur Kraft! Ich weiß natürlich nicht, wie das bei Ihnen ist – aber ich schaffe es nur in den seltensten Fällen, diesem Vorsatz gerecht zu werden.

Ärger ist menschlich, oft aber führt er zu nichts und raubt nur Energie. Foto: Pixabay

Wenn ich derzeit beispielsweise Menschen sehe, die unvorsichtig mit sich und der Gesundheit anderer umgehen – ich ärgere mich. Wenn ich Eltern sehe, die ihr Kind anschreien, anstatt es liebevoll in die richtigen Bahnen zu lenken – ich gehe innerlich hoch. Wenn ich Politiker höre, denen es vornehmlich um Macht und nicht um das Land, das sie repräsentieren und regieren, geht – mir schwillt der Kamm. Und zwar, ob ich es will oder nicht und obwohl ich weiß, dass es nichts bringt, nichts ändert etc.

Weil Ärger aber eben im Grunde so kräftezehrend ist, will ich heute einmal tiefer in die Funktionsweisen desselben einsteigen. Nehmen wir z.B. einmal den typischen Satz „Ich ärgere mich über dieses oder jenes“. Damit fängt es nämlich bereits an – nicht die anderen oder eine Sache ärgern uns, sondern wir entscheiden uns aus freien Stücken heraus dafür, uns zu ärgern.

Nicht jemand oder etwas ärgert uns, sondern wir entscheiden uns für den Ärger!

Probieren wir also nächste Woche mal aus – und ich verspreche, ich mache mit –, uns gegen das Ärgern zu entscheiden. Die Kunden wollen uns nicht ärgern, sie haben einfach manchmal eine andere Sicht der Dinge. Die Kinder sind unordentlich? Und, was soll’s, im Chaos liegt das Genie. Der Nachbar hört wieder zu laut Musik? Prima, wer Musik mag, kann kein schlechter Mensch sein.

Ist einem einmal klar geworden, dass man selbst darüber entscheidet, ob man sich ärgert, gewinnt man ganz neue Entscheidungsmöglichkeiten. Bevor man in die Luft geht, reflektiert man nämlich, ob es sich um eine wichtige oder unwichtige Angelegenheit handelt. Ob der Ärger etwas bringt oder ob andere Lösungswege unter Umständen zielführender sind. Letzteres gilt im Übrigen gerade auch für wichtige Dinge.

Ich gebe zu, dass es einiger Übung bedarf, um sich bewusst gegen den Ärger zu entscheiden. Aber: Mit kühlem Kopf treffen wir alle vermutlich die besseren Entscheidungen, und für die Gesundheit ist es mit Sicherheit auch zuträglich. Am Ende nächster Woche können wir uns dann alle mal fragen, wozu das Nicht-Ärgern gut war:

  • Was ist gut und vielleicht sogar besser gelungen, weil der Ärger ausblieb?
  • Welche Erfahrungen wurden durch die bewusste Entscheidung gegen Ärger gemacht?
  • Worauf sollte man in Zukunft besonders achten?

Ihr Andreas Nemeth

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