Nicht gegen etwas oder jemanden zu sein, sondern für etwas oder eine Person, ist der richtige Schritt in Richtung eines protestfreien Lebens. © 3dkombinat / Fotolia.com

Nicht gegen etwas oder jemanden zu sein, sondern für etwas oder eine Person, ist der richtige Schritt in Richtung eines protestfreien Lebens. © 3dkombinat / Fotolia.com

Die terroristischen Anschläge in Paris haben es einmal mehr und auf erschreckend grausame Weise bewiesen: Ein anderes Lebewesen oder eine Situation zu verurteilen, ist absoluter Wahnsinn. Obwohl dies offensichtlich erscheint, ist es für viele Menschen scheinbar völlig normal, nicht nur über andere zu urteilen, sondern sie aufgrund einer anderen Hautfarbe, eines anderen Glaubens, einer anderen Meinung zu verurteilen, ja es scheint sogar als Legitimation zu genügen, um sie zu töten.

Doch diese Form von Wahnsinn ist nicht Terroristen, Fanatikern und Diktatoren vorbehalten. Auch im Kleinen, in unserem Alltag finden wir solche Vorfälle, auch wenn sie glücklicherweise nicht diese schrecklichen Auswirkungen und Folgen haben. Was zum Beispiel ist mit der gemobbten Arbeitskollegin – auch wenn wir nicht mitgemacht haben, haben wir sie verteidigt, ihre Position ergriffen, uns vor sie gestellt? Finden wir es nicht alle normal, dass wir dann und wann andere anbrüllen, hintergehen oder mit ihnen streiten, weil sie eine andere Meinung vertreten?

Wenn es uns gelingt, diesen Wahnsinn zu stoppen, werden wir uns glücklicher und freier fühlen. Jeder Mensch ist anders und darf auch anders sein. Dass es möglich ist, diese Lehre zu ziehen, haben die 1,5 Millionen Menschen bewiesen, die am Gedenkmarsch für die Terroropfer in Paris teilnahmen. Denn sie protestieren nicht gegen den Terror, gegen Fundamentalisten, gegen den Islam, sondern für die Freiheit, für den Frieden, für die Brüderlichkeit und setzten damit ein beeindruckendes gemeinsames Zeichen in Richtung derjenigen, die genau das zerstören möchten und einen Keil in die Gesellschaft treiben wollen!

Ihr Andreas Nemeth