Online zu shoppen, gehört zu unserer Welt. Wer das akzeptiert und seine Geschäfte entsprechend ausrichtet, ist klar im Vorteil. © gpointstudio / Fotolia.com

Online zu shoppen, gehört zu unserer Welt. Wer das akzeptiert und seine Geschäfte entsprechend ausrichtet, ist klar im Vorteil. © gpointstudio / Fotolia.com

„Showrooming“ heißt neudeutsch ein Phänomen, hinter dem sich die Tatsache verbirgt, dass Verbraucher Geschäfte als eine Art Ausstellungsraum (Showroom) nutzen, um die Qualität von Produkten zu testen, sie anzufassen, anzuprobieren und nicht zuletzt die fachliche Beratung zu nutzen, um dann letztendlich im Internet nach dem günstigsten Angebot zu suchen und oft auch dort zu bestellen.

Zugegebenermaßen eine für den stationären Handel äußerst ärgerliche Entwicklung. Doch – wie immer – nützt es nichts, sich aufs Jammern zu verlegen und darauf zu warten, dass andere die Herausforderungen lösen. Vielmehr gilt es, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und Pläne zu entwickeln, wie diesen zu begegnen ist. Eintritt nehmen, dachte sich zum Beispiel im australischen Brisbane ein Händler für glutenfreie Lebensmittel, der genug davon hatte, Kunden zu beraten, die dann bei der Online-Konkurrenz bestellten und verlangte fünf Dollar von Besuchern seines Geschäfts.

Ob das aber die richtige Lösung ist, möchte ich mal dahingestellt sein lassen. Denn erstens stellt sich die Frage, ob vor dem Einkauf nicht immer schon der Vergleich stand und nur die Möglichkeiten andere, viel­fältigere und unmittelbarere geworden sind. Und zweitens geht z.B. das Institut für Handels­forschung IFH Köln davon aus, dass zwar rund jeder dritte Kauf im Internet in Geschäften vorbereitet wird, dass aber auch ein Drittel aller Käufer im stationären Handel sich vorab im Internet informiert haben. Insofern herrscht doch relative Gerechtigkeit.

Statt nun am Eingang Eintrittskarten zu verkaufen, würde ich empfehlen, im Geschäft für ausreichend Erlebnis zu sorgen, mit Herzlichkeit und Begeisterung aufzutrumpfen – da tut sich das Internet bekanntlich schwer – und an Multichannel-Konzepten zu feilen.

Ihr Andreas Nemeth