Beim Betrachten eines Schaufensters sollte einem immer das Wasser im Munde zusammenlaufen. © Stefan Klever

Beim Betrachten eines Schaufensters sollte einem immer das Wasser im Munde zusammenlaufen. © Stefan Klever

Zu keiner anderen Zeit des Jahres besinnen sich die Händler so sehr darauf, dass Verkaufen am besten mit Emotionen klappt. Da werden Schaufenster nicht dekoriert, sondern inszeniert, an denen nicht nur Kinder mit offenem Mund stehen bleiben. Da erfüllen weihnachtliche Klänge die Verkaufsflächen, verleiht das Glitzern und Funkeln von Sternen, Engeln und ihrem Gefolge dem POS ein unvergleichliches Flair.

Wenn das alles nicht schon im September anfängt, ist das doch wahrhaftig ein Ge­nuss für die Sinne. Der Bummel wird zum Erlebnis, der Einkauf zur Freude und die Kassen klingeln. Ich frage mich nur: Warum wird nicht viel mehr von dieser Emotio­nalität, diesem Lustmachen auf Konsum während des restlichen Jahres am Leben erhalten. Warum nicht statt irgendwelcher Rabattaktionen mal einen Jongleur engagieren, der in der Spielwarenabteilung auftritt und die Kinderaugen strahlen und das Eltern- und Großelternherz weich werden lässt? Warum nicht mal einen Weltenbummler über seine Erlebnisse berichten lassen und „nebenher“ einige hochwertige Outdoorjacken und Trekkingstöcke verkaufen? Warum nicht Strickkurse anbieten und dadurch neues Leben in das (eventuelle) Mauerblümchendasein der Woll- und Kurzwaren­abteilung bringen?

Der Phantasie, wie Ihr Geschäft das ganze Jahr über zum Erlebnis werden kann, sind keine Grenzen gesetzt. Möglichkeiten gibt es zuhauf, und deren Umsetzung muss den Geldbeutel keineswegs über die Maßen belasten, viel wichtiger als das Budget ist oftmals die zündende Idee. Bedenken Sie: Die Sinne des Menschen sind das ganze Jahr über ansprechbar, nicht nur zur Weihnachtszeit.

Herzlichst
Ihr Andreas Nemeth