Immer wieder versuchen Unternehmen, den Konsumenten zum Kauf zu überlisten. Klappt nicht – hat jedenfalls eine aktuelle repräsentative GfK-Umfrage im Auftrag von Greven Medien gezeigt. Daran „schuld“ sind auch Produktbewertungen.

Herausgekommen ist ansonsten folgendes: Mehr als die Hälfte (56,4 bzw. 54,9 Prozent) der deutschen Konsumenten sucht im Vorfeld eines Kaufs nach Bewertungen im Internet oder besucht die Website des Unternehmens, die das Produkt herstellt oder anbietet. Ein guter Grund, Bewertungen zu beobachten und negative Bewertungen nicht einfach so stehen zu lassen. Vielmehr sollte man verbindlich, vorbildlich und wenn möglich kulant darauf reagieren.

Früher reichten ein paar Werbetafeln, um beim Konsumenten Begehrlichkeit zu wecken. So einfach ist es heute nicht mehr. Foto: Pixabay

Am stärksten lassen sich Verbraucher bei der Wahl eines Produkts von den Empfehlungen durch Freunde und Bekannte leiten (47,2 Prozent). Dicht darauf folgen unabhängige Vergleichstests (40,3 Prozent). Und: Fast ein Viertel (24,6 Prozent) lässt sich von den Bewertungen auf der Shopping-Plattform Amazon stark oder sehr stark beeinflussen.

Produktbewertungen vergrößern Macht des Konsumenten

Und die Rolle der Sozialen Medien? Blogs und Foren spielen wenig überraschend bei den 18- bis 29-Jährigen eine wichtige Rolle. Nahezu jeder Fünfte (17,3 Prozent) bejaht, sich stark oder sehr stark davon beeinflussen zu lassen, während dies bei nur 10 Prozent aller Umfrageteilnehmer der Fall ist, wenn es um die Unternehmenswebsite geht. Dennoch ist es wichtig, dass die angebotenen Dienstleistungen oder Produkte im Netz (Homepage, Soziale Medien, Shopping-Plattformen) auffindbar sind, um nicht von vornherein durch das Suchraster zu fallen.

Eine andere Folge der zunehmenden Bedeutung von Produktbewertungen hat die Studie ‚The Rating Economy 2019‘ der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners aufgezeigt: Dass sich nämlich Einkaufsverhalten und Markentreue dadurch nachhaltig verändern. Kunden sind weniger von Marketingversprechen und Werbebotschaften abhängig, und das Kräftegleichgewicht verschiebt sich zugunsten der Konsumenten.

Und da Ratings somit immer wichtiger werden, sollte man versuchen, möglichst viele (und positive) zu erhalten. Dazu empfiehlt Dr. Georg Tacke, CEO von Simon-Kucher: „Unternehmen können die Zahl ihrer Ratings steigern, indem sie es ihren Kunden so leicht wie möglich machen, ihren Kauf zu bewerten – ohne kompliziertes Log-In oder zu viel Detailfragen.“ So einfach kann das manchmal sein.

Ihr Andreas Nemeth

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