Verkaufsfloskeln erzeugen weder Aufmerksamkeit noch Begeisterung, sondern werden nur als Gemurmel wahrgenommen. © Diana Taliun / Fotolia

Verkaufsfloskeln erzeugen weder Aufmerksamkeit noch Begeisterung, sondern werden nur als Gemurmel wahrgenommen. © Diana Taliun / Fotolia

Komische Überschrift finden Sie? Nur auf den ersten Blick – das kann ich Ihnen ver­sprechen. Denn mit der fortwährenden Wiederholung des Wortes Rhabarber wird im Theater der Eindruck von Gemurmel erzeugt. Gemurmel, das lediglich den Hinter­grund für wirklich wichtige Dialoge bildet, die die Handlung bestimmen.

Nun, vor nicht allzu langer Zeit besuchte ich eine Messe und bewegt mich sozusagen auf dem Klangteppich des Messegemurmels, als ich plötzlich stoppte. Der Anlass – leider kein positiver, denn tatsächlich sagte ein Handelsvertreter gerade zu einer Kundin: „Das wird immer wieder gerne genommen“. Mir sträubten sich umgehend die Haare im Nacken. Eine schlimmere Verkaufsfloskel gibt es meiner Meinung nach kaum. Und hier kam sie auch noch aus dem Mund eines Verkaufsprofis, jedenfalls in dem Sinne, dass er Tag für Tag sein Geld damit verdient, Händler davon zu überzeu­gen, Teile der Kollektion zu ordern.

Wie erfolgreich dieser Vertreter ist, kann ich nicht sagen, aber in jedem Fall dient mir dieses Erlebnis dazu, nochmal zu betonen, dass man mit Phrasen keine Verkaufser­folge erzielen kann. Denn Worte, die der Kunde schon mehr als 100 Mal gehört hat, erreichen weder sein Herz noch sein Portemonnaie, sondern sind nichts andere als Gemurmel, dem man keine Aufmerksamkeit schenkt. Zielführender sind da ori­ginelle Formulierungen, auf den jeweiligen Kunden abgestimmter Sprachgebrauch, Eingehen auf die Wünsche (und zuvor der Herausfinden selbiger) des Kunden und echte Begeisterung.

Um noch einmal konkret auf die vom Vertreter verwendete Floskel einzugehen: Wer will schon etwas, „das immer wieder gerne ge­nommen wird“. Zum einen haben das dann ja schon ganz viele andere und zum an­deren möchte ich doch etwas Neues und nicht jahrein, jahraus stets das Gleiche o­der?

Ihr Andreas Nemeth