Wer möchte schon als Marionette durchs Leben gehen? © Sergey Nivens / Fotolia.com

Wer möchte schon als Marionette durchs Leben gehen? © Sergey Nivens / Fotolia.com

Die Töne zwischen Griechenland und der EU im Allgemeinen sowie Deutschland im Speziellen waren auf politischer Ebene in der letzten Zeit nicht die schönsten. Eine leichte Tendenz zur Überheblichkeit auf der einen und eine gewisse Überempfind­lich­keit auf der anderen Seite sowie unbedachte Äußerungen von beiden Seiten ließen ein Klima entstehen, das konstruktiven Lösungen einer zumindest komplizierten Situation nicht gerade zuträglich waren.

Nun kann man sich natürlich auf die Position stellen und sagen: „Die Griechen wollen ja schließlich etwas von der EU (und damit auch von Deutschland als großem Zahler), also sollen sie spuren.“ Wer das jedoch verkündet, vergisst, dass eine Nation, wie eben auch jeder Einzelne, das Gefühl haben möchte, Herr (oder Frau) über seine Zukunft, sein Leben zu sein. Wer in eine Rolle gedrängt wird, sei es z.B. die des Bittstellers oder die des (wider eigenen Willen) Medizinstudenten, wird nicht glücklich werden.

Nur wer selbst entscheidet, jeden Monat 100 Euro zur Seite zu legen oder eine zeitintensive Fortbildung zu machen, wird dies mit Überzeugung und einem hohen Grad an Motivation tun. Das heißt nicht, dass man keine Gespräche mit anderen über Probleme, die einen beschäftigen, oder Entscheidungen, die anstehen, führt. Aber sie sollten immer auf Augenhöhe stattfinden! Auch wenn Eltern das Studium mitfinanzieren, bleibt es das Leben des Kindes. Das gilt im Großen wie im Kleinen.

Es kann übrigens durchaus verlockend sein, die Fäden für das eigene Leben in die Hände anderer zu geben. Schließlich muss man in dem Fall nicht die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen tragen, gibt die Verantwortung für sich selbst quasi ab. Aber wer will das schon?

Ihr Andreas Nemeth