Sie sehen eine englische Bulldogge? Er sieht vermutlich Christian Louboutin im Spiegel! © Tatiana Katsai - Fotolia.com

Sie sehen eine englische Bulldogge? Er sieht vermutlich Christian Louboutin im Spiegel! © Tatiana Katsai – Fotolia.com

Recherchiert man im Internet die als Überschrift genannten Begriffe stößt man u.a. auf das Foto einer kleinen Katze, die vor einem Spiegel sitzt und dort einen Löwen erblickt. Besser kann man es kaum darstellen: Während die Umwelt ein süßes Kätzchen wahrnimmt (Fremdbild), ist das Selbstbild ein ganz anderes.

Auch wenn die Differenz zwischen dem, wie wir uns selbst wahrnehmen, und dem, wie andere uns empfinden, nicht immer so groß sein muss, identisch werden Fremd- und Selbstbild nie sein. Dabei können Sie Ihr Umfeld durchaus als Ihren Spiegel betrachten. Haben Sie beispielsweise viele Menschen um sich, die Ihnen gut gelaunt und positiv gegenübertreten, können Sie davon ausgehen, dass Sie eine ähnliche Wirkung auf andere haben.

Im Berufsleben kann es entscheidend sein zu wissen, welches Bild man nach außen abgibt. Denn Sie werden zugeben: Wenn Sie einen Menschen sympathisch finden, reagieren Sie auf dessen Äußerungen oder Vorschläge positiver und offener als wenn Ihnen ein Mensch weniger sympathisch ist. Dabei ist diese Reaktion in den meisten Fällen keine bewusste, sondern eine unbewusste. Das wird besonders deutlich, wenn man sich über Prominente oder Politiker unterhält. Oft fallen dann Äußerungen wie „Die kann ich nicht leiden“ oder „Der ist so charmant“, die bei kurzem Nachdenken  objektiv unhaltbar sind, denn kaum einer kennt die Schauspielerin oder den Politiker, um die es geht, persönlich.

Wenn Sie Ihrem Fremdbild auf die Spur kommen wollen, betrachten Sie also zunächst einmal Ihr Umfeld. Wenn Sie es genauer wissen wollen, können Sie im Freundes- und Familienkreis eine Umfrage starten. Wenn Sie die hoffentlich ehrlichen Antworten mit Ihrem Selbstbild vergleichen, wird sich vielleicht die ein oder andere Erkenntnis einstellen. Dabei lautet die Aufforderung natürlich nicht, dem Fremdbild zu entsprechen, aber zuweilen erkennen Außenstehende Potenziale, die einem selbst bisher verborgen geblieben sind. Wie sagt man in China: „Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne“.

Ihr Andreas Nemeth