Hin und wieder führe ich sie ganz gern: Selbstgespräche. Denn wer könnte mich schließlich besser verstehen als ich selbst?! Zugleich schüttele ich – und vermutlich bin ich damit nicht alleine – innerlich den Kopf, wenn mir andere Menschen begegnen, die  eventuell sogar gestikulierend vor sich hinmurmeln.

Wer mit sich selbst spricht, hat keinen Knall, sondern ein probates Mittel gefunden, um Stress abzubauen, sich zu motivieren und besser zu konzentrieren. Foto: Pixabay

Sofern es sich dabei nicht um Personen handelt, die in Wirklichkeit über Kopfhörer telefonieren, tut man den ins Selbstgespräch Versunkenen jedoch Unrecht. Denn diese Dialoge mit sich selbst strukturieren Gedankengänge und können dazu beitragen, stressige Situationen besser zu bewältigen.

Doch nicht nur das! Selbstgespräche, ob nun laut oder innerlich geführt, können motivieren. Ja, es ist möglich, sich selbst gut zuzureden. Zuweilen kann man das beobachten, wenn Menschen sich selbst überwinden müssen. Ein zu sich selbst gesprochenes „Los, du schaffst das“ kann da der Antrieb sein, den es braucht, um den Bungee-Jump oder das Überqueren einer wackeligen Hängebrücke wirklich durchzuziehen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass, wer sich morgens ein Kompliment macht, positiver durch den Tag geht. Eigenlob stinkt also in diesem Fall nicht, sondern regt die Endorphin-Ausschüttung an. In einem Experiment wurde zudem herausgefunden, dass Studenten, die bei der Konstruktion eine Fahrradhalters die nächsten Schritte vor sich hinmurmelten, strukturierter und konzentrierter arbeiteten als Kommilitonen, die dies nicht taten.

Selbstgespräche motivieren, strukturieren und fördern die Konzentration

Wer also während des Arbeitstags öfter mal ein Gespräch mit sich selbst führt, wird u.U. stressfreier und konzentrierter durch den Tag kommen. Auch wirkt der innere Dialog der Vergesslichkeit entgegen. Aber: Zuweilen neigen wir leider dazu, destruktiv zu denken. Wenn etwas misslingt, sagt das innere Ich z.B. „Wie kann man nur so blöd sein“. Da sollten Sie eingreifen. Üben Sie, positive innere Dialoge zu führen. Viel besser wäre beispielsweise ein „Das versuche ich gleich noch einmal“ oder „Kann jedem mal passieren“ oder „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“.

Am besten fangen Sie gleich damit an, sich bei Ihren Selbstgesprächen zu beobachte. Lenken Sie diese in eine motivierende, aufbauende Richtung. Dann ist der innere Dialog nämlich nicht nur gut, weil Ihnen endlich mal niemand widerspricht, sondern auch, weil er Sie in vielerlei Hinsicht voranbringt.

Ihr Andreas Nemeth

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