Klettertunnel in der Kölner Globetrotter-Filiale.

Klettertunnel in der Kölner Globetrotter-Filiale.

Egal, wo man auch ist – immer wenn es um den Handel geht und darum, wie man Kunden ins Geschäft bekommt, fällt nach ziemlich kurzer Zeit der Begriff „Erlebnisshopping“. In Zeiten von Internet und Online-Shoperitis muss der stationäre Handel fast gezwungenermaßen zum Entertainer werden, denn neben Beratung ist es das Erlebnis, das den Unterschied zum unpersönlichen Online-Bummel ausmacht.

So weit, so gut. Trotzdem frage ich mich zuweilen, ob jeder weiß, was mit Erlebnisshopping gemeint ist? Schauen wir uns das Wort doch einmal näher an. Der „Wahrig“ definiert das Wort Erlebnis wie folgt: „eindrucksvolles, aufregendes und freudiges Ereignis“. Das hätten wir unbestritten alle gern, wenn wir einkaufen gehen. Auf jeden Fall eindrucksvoll, gerne auch ein bisschen aufregend und unbedingt freudig – so soll er aussehen der gelungene Besuch im Geschäft unserer Wahl.

Zeitgemäße, spannende Sortimente und ansprechende Warenpräsentation in stylischem Ladenbau tragen ihren Teil zum Gelingen dieses Erlebnisses bei. Muskulöse Männer-Models mit nacktem Oberkörper wie bei Hollister, Kältekammern und Kletterwände wie bei Globetrotter, Kooperationen mit Top-Designern wie bei H&M, Modenschauen, Lesungen u.ä. – sind Beispiele dafür, wie besondere Atmosphäre und Begehrlichkeiten geschaffen werden können.

ABER, und das wird zuweilen bei aller Action vergessen: Die eigentliche Sensation, das eigentliche Erlebnis sind Sie. Der Geschäftsführer eines Modehauses sagte neulich zu mir: „Meine Marken gibt es auch anderswo, aber mich und mein Team gibt es nur hier.“ Genauso ist es! Das größte Event ist nichts wert, wenn Sie und Ihre Mitarbeiter nicht begeistert sind, denn nur dann kann der Funke zum Kunden überspringen. Erst wenn die Mitarbeiter in einem Unternehmen den Begriff Erlebnis im wahrsten Sinne des Wortes mit Leben erfüllen, hat das Wort Erlebnisshopping seine Berechtigung.

Ihr Andreas Nemeth