Bekannte von uns haben direkt vor ihrer Haustür jeden ersten Sonntag des Monats einen Flohmarkt. Häufig werden sie an diesen Tagen geweckt, wenn die Stände zu früher Stunde aufgebaut werden und von den Käufern, die förmlich darauf lauern, dass es losgeht und sie anfangen können, nach vermeintlichen oder mit etwas Glück zuweilen auch wirklichen Schätzen, zu stöbern.

Der Überraschungseffekt und die Unberechenbarkeit machen das Stöbern auf einem Flohmarkt zum Abenteuer. Foto: Pixabay

Um die unsanfte Unterbrechung des sonntäglichen Schlafs soll es hier natürlich nicht gehen. Vielmehr um die Frage, was die Menschen, die doch auch online Schnäppchen jagen könnten, am Wochenende und frühen Morgen dazu motiviert, auf den Flohmarkt zu gehen. Denn zugleich klagt der stationäre Handel über rückläufige Frequenzen, vor allem aufgrund der Konkurrenz aus dem Internet. Die aber hat jeder Flohmarkt genauso, z.B. durch Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen.

Zum einen ist es wohl das Angebot, das unberechenbar ist. Man weiß nie, was man auf einem Flohmarkt findet. Manchmal sind es nur ausgetretene Schuhe, Kabel, unvollständige Puzzle und Bleikristall, zuweilen aber ein gut erhaltener Designer-Pullover, eine Lampe, wie gemacht für den eigenen Schreibtisch, oder eine Zuckerdose, die im geerbten Service fehlt.

Stöbern macht Shopping zum Freizeitvergnügen

Zum anderen wird Shopping eben dadurch auch zum Abenteuer. Nicht jeder ist ein Jäger, der auf dem Flohmarkt gezielt bestimmte Dinge sucht. So mancher bummelt einfach am Sonntag gemütlich darüber, nimmt mal dieses, mal jenes in die Hand. Verliebt sich vielleicht in ein Stück, verhandelt, geht erst einmal weiter und kommt dann doch zurück. Für diese Menschen ist Flohmarkt in erster Linie Freizeitgestaltung oder besser gesagt Freizeitvergnügen und nicht Einkauf.

Genau das sollte ein Geschäft seinen Kunden auch bieten. Natürlich kann nicht das gesamte Sortiment eine Überraschung sein. Aber hier und da eine Nische, eine kleine Fläche, wo sich Neues, Unerwartetes findet, das der Kunde in diesem Laden u.U. gar nicht vermutet, sollte eigentlich überall möglich sein. Wer z.B. Deko-Artikel nicht ausschließlich zur Gestaltung des Stores einsetzt, sondern auch verkauft, hat nicht nur öfter eine neue Optik, sondern lädt den Kunden zum Stöbern ein. Ganz ähnlich wie es ein Flohmarkt tut.

Ihr Andreas Nemeth

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