Eine Kunst, die sich zu lernen lohnt: Dinge positiv sehen. © ALDECAstudio/Fotolia

Eine Kunst, die sich zu lernen lohnt: Dinge positiv sehen. © ALDECAstudio/Fotolia

Eine Bekannte von uns flog kürzlich zur Berlin Fashion Week. Da sie Mode-Journalistin und noch dazu neugierig ist, hat sie ihre Ohren vielleicht immer etwas weiter aufgesperrt als ihre Mitmenschen und belauschte so  – rein beruflich, versteht sich – ein Gespräch dreier Damen, die hinter ihr im Flugzeug auf dem Weg nach Berlin saßen.

Offensichtlich handelte es sich um Damen, die im Verkauf eines Bekleidungshauses tätig sind. Denn die Unterhaltung drehte sich u.a. um „Renner und Penner“, um volle Läger, um mangelnde Frequenz, um den bis zu dem Datum miserablen Sommer. Soweit nichts Neues. Beeindruckt hat die Bekannte aber die positive Haltung einer der Frauen, die scheinbar die Vorgesetzte war.

Diese schimpfte nämlich nicht oder ließ den Kopf hängen und nahm ihren Kolleginnen damit die letzte, verbliebene Motivation. Vielmehr war ihre Konsequenz aus dem wohl etwas schleppenden Geschäft und wenig Kunden: „Wir können die ausbleibende Frequenz gut nutzen, um mehr zu üben, wie man Waren präsentiert und mehr und besser verkauft.“

Genau so sollte man das sehen! Nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern überlegen, was kann ich aus der Situation, wie sie ist, machen, sie vielleicht sogar positiv nutzen, und wie kann ich sie nachhaltig verbessern. Insofern erhält diese Dame einen begeisterten Applaus von mir – von dem sie vermutlich nie erfahren wird – und ich drücke die Daumen, dass sich ihre positive Herangehensweise in barer Münze auszahlt!

Ihr Andreas Nemeth