Auch wenn ich (nicht nur) die spitze Zunge von Karl Lagerfeld durchaus geschätzt habe, in einer Sache bin ich ganz und gar nicht seiner Meinung. So empfahl der Designer denjenigen, die Visionen haben, dringend einen Arztbesuch. Nun mag er das wie so vieles nicht ganz ernst gemeint haben, folgte wahrscheinlich nur einer momentanen Eingebung bzw. Stimmung – denn woraus bezog er seine schier unerschöpfliche Kreativität über viele Jahrzehnte, wenn nicht aus Visionen?

Visionen umzusetzen, erfordert erst einmal Mut, hat aber langfristig inspirierende Wirkung. Foto: Pixabay

Ich jedenfalls möchte ihm an dieser Stelle widersprechen! Ohne Visionen und Träume wäre das Leben so viel ärmer. Unter Umständen sprach Lagerfeld aber auch von den Menschen, die sich damit zufrieden geben, Träume oder Visionen zu haben. Von denjenigen, die sagen: „Ich wollte eigentlich immer eine Weltreise machen.“ „Eigentlich hätte ich so gern ein Buch geschrieben.“ „Selbstständigkeit – das wäre mein Traum gewesen.“ „Einen Marathon wäre ich schon gerne mal gelaufen.“  Oft sind das auch diejenigen, die immer wieder mehr oder weniger gute Ausreden dafür finden, diesen Träumen nicht nachzugehen und sie im Reich der Fiktion zu belassen. Zu alt, zu teuer, zu riskant – irgendetwas passt immer nicht.

Um Visionen umzusetzen, braucht es vor allem Willen & Mut

Dabei passt es eigentlich immer, man muss nur wollen. Motivierend und inspirierend kann dabei das Vorbild anderer Menschen sein. Jeder wird in der Familie, im Arbeitsumfeld oder Freundeskreis auf Personen stoßen, die sich nicht damit begnügt haben, Visionen zu haben, sondern sie umsetzten. Deren Begeisterung, das Selbstbewusstsein, das sie aus dieser Tatsache und dem Erlebten schöpfen, ganz zu schweigen von der inneren Befriedigung und der Energie, können einen eigentlich nur anstecken.

Viel zu selten gönnen sich die meisten von uns Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, wovon sie träumen. Leider ist in unserer Gesellschaft derjenige, der stets mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht, anerkannter als der „Traumtänzer“. Ich aber fordere Sie auf: Wagen Sie ein paar Schritte auf dem Parkett des Lebens mit Ihren Visionen! Packen Sie sie nicht auf Eis, sondern packen Sie sie an. Lassen Sie sich die Lust und Freude an Träumen nicht durch zu viel Realitätssinn verderben. Denn letzten Endes ist es doch so: Wer weiß, wovon er träumt und die ein oder andere Vision umsetzt, gewinnt immense Kraft und großes Selbstbewusstsein für den Alltag und seine Herausforderungen.

Ihr Andreas Nemeth

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