Selbst das Krümelmonster beherrscht, wenn es den Mund nicht gerade voll hat, die Kunst der offenen Fragestellung. © schnuerchen13 - Fotolia.com

Selbst das Krümelmonster beherrscht, wenn es den Mund nicht gerade voll hat, die Kunst der offenen Fragestellung. © schnuerchen13 – Fotolia.com

… wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Diese Weisheit aus der Titelmusik der „Sesamstraße“ hat nichts an Aktualität verloren, auch wenn es nicht ganz so einfach ist, wie es sich anhört. Denn Fragen richtig stellen, will gelernt sein.

Sicher haben Sie im Fernsehen schon Interviews gesehen, bei denen sich der Interviewer redliche Mühe gab, seinem Gegenüber Informationen zu entlocken, dabei aber auf Granit biss. Ein schönes Beispiel hierfür ist der Versuch von Friedrich Nowottny aus dem Jahr 1972, Willy Brandt mehr als „ja“, „nein“ und „doch“ zu entlocken – bei Youtube kann man es sich ansehen, es lohnt sich!

Was aber passierte damals? Der junge Nowottny stellte dem gewieften Politiker ausschließlich geschlossene Fragen – und schon nahm das Unglück seinen Lauf. Diese Form der Frage ist zwar durchaus nützlich, z.B. wenn man ein Gespräch verkürzen, den Redefluss seines Gesprächspartners stoppen oder einem Dialog eine gewisse Richtung geben möchte. Will man aber Informationen erfragen, sollte man sie tunlichst vermeiden.

Fragen Sie also nicht „Wollen Sie in unser Unternehmen investieren?“, sondern besser „Wann/wie viel/warum wollen Sie in unser Unternehmen investieren?“. Denn so funktioniert es: Während geschlossene Fragen mit einem Verb oder dessen Konjugation beginnen, starten Sie offene Fragen mit einem Fragewort. Womit wir doch wieder bei der Sesamstraße wären.

Ihr Andreas Nemeth